Brief des Vorsitzenden des IGWien
an Dr. Jutta Fiegl, ÖBVP-Verhandlungsleiterin
zu den Nebenabsprachen mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger

12.4.2000

Liebe Jutta!

In Deinem Brief an die Bundeskonferenz-Delegierten vom 4.4.2000 unterstellst Du dem IGWien indirekt, uns sei jedes Mittel recht, den Vertrag noch in Frage zu stellen, sogar mittels Einberufung einer außerordentlichen Buko unter dem "Deckmäntelchen des korrekten Formalismus". Als Buko-Delegierter und Vorsitzender unserer Vereins, der zur Einberufung einer außerordentlichen Buko aufgerufen hat, fühle ich mich persönlich angesprochen und möchte folgendes klarstellen.

Wir sind nicht die von Euch so angefeindete AQA. Wir vertreten unseren Standpunkt. Wir haben unser persönliches Rechtsempfinden und das fühlt sich durch Euer Vorgehen in hohem Maße verletzt. Außerdem bestehen wir als Mitgliedsverein im ÖBVP auf korrekten Formalismus.

Wahr ist, dass das IGWien den Vertragsentwurf sehr kritisch sieht. Wir haben auch gegen seine Annahme gestimmt. Wahr ist aber auch, dass wir als Demokraten eine Mehrheitsentscheidung der Buko respektieren. Nicht respektieren können wir aber undemokratische Vorgehensweisen des Präsidiums des ÖBVP. Nicht wir legen uns ein "Deckmäntelchen" um, Ihr versucht etwas zu bemänteln - wobei ich Deinen Briefen vom 4.4. und 5.4. nicht entnehmen kann, wer "Ihr" seid. Wir sind übrigens der erweiterte Vorstand des IGWien.

Am 24.3. wurde uns bei einer Sitzung im ÖBVP die Veröffentlichung jenes offensichtlich mehr als brisanten Briefes innerhalb einer Woche versprochen, den Du gemeinsam mit Alfred Pritz an den HVST abgeschickt hast.

Ihr seid mittlerweile nicht mehr bereit, diesen Brief vor der Abstimmung im HVST zu veröffentlichen. Genau das war unsere Befürchtung. Darum haben wir in meinem Namen als Buko-Delegierter die a.o. Buko beantragt.

Dieses Verhalten können wir nicht akzteptieren.

Es gibt seit dem 19.2. die Aufforderung durch die Fachspezifika-Konferenz, den Schriftverkehr zum Hauptverband offen zu legen. Ihr habt dieser Aufforderung seither nicht Folge geleistet. Das stellt meines Erachtens eine grobe Mißachtung eines Gremiums der Buko dar, dem unser Verein nicht länger zusehen will.

Ich fordere Dich als Leiterin des Kassenverhandlungsteams und Unterzeichnerin des Briefes an den HVST namens des IGWien nochmals auf, den Buko-Delegierten den fraglichen Brief unverzüglich zur Kenntnis zu bringen.


Mit kollegialen Grüßen,

Dr. Alfred Grillmeier
Vorsitzender des IGWien


Institut f. integrative Gestaltherapie Wien
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