Wien (OTS) - Am 13.3.2000 wurde auf Druck der ÖVP-dominierten Krankenkassen
die Abstimmung des unterschriftsreifen Gesamtvertrages, der die Leistungen der Krankenkassen
hinsichtlich Psychotherapie auf Krankenschein regelt, von der Tagesordnung der zuständigen
Sitzung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger genommen.
Die Umsetzung dieses seit 1991 gesetzlich vorgeschriebenen gesundheitspolitischen
Vorhabens ist damit akut bedroht.
Trotz mehrfacher Urgenz ist auch Gesundheitsstaatsekretär Dr.Waneck zu keinem
Gesprächstermin mit den Psychotherapievertretern bereit.
Damit bleibt vorerst die Psychotherapie wieder nur jenen vorbehalten, die auch über
die entsprechenden Geldmittel verfügen.
Wen trifft es? Es trifft jene, die bereits schwer an ihren seelischen Krankheiten
leiden und sich endlich entsprechende Hilfe erwarten durften.
Wir Psychotherapeuten sind jedenfalls bereit, Psychotherapie auf Krankenschein
sofort umzusetzen. Wir fordern die ÖVP-Vertreter im Hauptverband der Sozialversicherungsträger
auf, sich der Grundidee der sozialen Krankenversicherung zu besinnen und ihre Blockadehaltung
zum Wohl bedürftigster Patienten aufzugeben.
Hon.Prof.Dr.Alfred Pritz
Präsident des ÖBVP