Klicken Sie auf den Sie interessierenden Titel in der rechten Spalte, um zum
Dokument zu gelangen:
Wird fortgesetzt
Wien (OTS) "Unbemerkt von der öffentlichen Debatte
sind heute von den Regierungsparteien Selbstbehalte in Höhe von 20 Prozent
für klinisch psychologische Diagnostik und psychotherapeutische Leistungen
beschlossen worden. Das ist angesichts der geringen budgetären Auswirkungen
in diesem Bereich ein gesundheitspolitischer Unsinn", erklärt der Gesundheitssprecher
der Grünen, Prof. Kurt Grünewald.
Auch im Bereich der Psychotherapeutischen Leistung bedeutet der 20%ige Selbstbehalt
ohne Limitierungen eine sehr beträchtliche finanzielle Jahresbelastung für
die PatientInnen, so Grünewald.
"Ohne sozial gestaffelte Limitierung der Jahresbelastung würde ein Selbstbehalt
die derzeit bestehenden schwerwiegenden Beschränkungen des Therapiezuganges
für sozial Schwächere weiter zementieren. Ausserdem sind nur jene PatientInnen
betroffen, die psychotherapeutische Leistungen von PsychotherapeutInnen nach dem
Psychotherapiegesetz in Anspruch nehmen. Dies stellt eine eindeutige Verletzung
des Gleichheitsgrundsatzes dar, da ärztliche und psychotherapeutische Hilfe
seit vielen Jahren gleichgestellt sind", so Prof. Grünewald, der befürchtet,
dass psychisch Kranke durch solche Regelungen zum PatientInnen zweiter Klasse werden.
Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at
Wien (OTS) "Die gesetzliche Verpflichtung, Psychotherapie
kostendeckend zu finanzieren, muß nach über siebenjährigen Wartens
endlich eingelöst werden", fordert der Gesundheitsssprecher der Grünen,
Prof. Kurt Grünewald. Die jahrelange Diskriminierung psychisch Kranker als
Patienten 'zweiter Klasse' muß ein Ende haben. Der letzte Vertragsentwurf
zwischen Psychotherapeuten und Sozialversicherungsträgern kam einer Rationierung
psychotherapeutische Leistungen und einem Ausschluß der überwiegenden
Mehrheit von Psychotherapeuten aus dem Krankenvertrag gleich, so Grünewald.
Die Notwendigkeit eines gesetzlichen Leistungsanspruches auf eine angemessene und
qualitativ hochwertige Psychotherapie ist gesundheitspolitisch dringend erforderlich.
Die Zahl der Therapiebedürftigen wurde vom österreichschen Bundesinstitut
für Gesundheitswesen zwischen 200.000 und 400.000 errechnet. "Gegenwärtig
können sich sozial Schwache kaum eine Psychotherapie leisten, während
das für das obere Einkommensdrittel leicht möglich ist. Dadurch entsteht
in diesem Bereich eine 'Zwei-Klassen-Medizin'", kritisiert Grünewald.
Die Grünen fordern ein neues Versorungsmodell, das nicht wie das bisher vorgeschlagene
auf TherapeutInnenreduktion, sondern auf klientInnen-seitige Bedürfnisse aufbaut.
"Im Mittelpunkt müssen die Bedürfnisse der KlientInnen stehen und
nicht eine willkürlich festgelegte Zahl von TherapeutInnen, die einen Kassenvertrag
bekommen sollen", so Grünewald. Bis zum Abschluß eines Gesamtvertrages
sind Landeslösungen zu forcieren, die auch dem Erproben neuer Versorgungsmodelle
dienen können. "Es ist paradox, wenn immer wieder auf die steigenden Medikamentenkosten
hingewiesen wird, und gleichzeitig verschwiegen wird, daß gerade die Psychopharmaka
davon einen beträchtlichen Prozentsatz ausmachen. Durch eine flächendeckende
psychotherapeutische Versorgung könnten beträchtliche Einsparungen des
Medikamentenverbrauches erzielt und eine Reduktion vermeidbarer Krankenstände
erreicht werden", so Grünewald abschließend.
Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament, Tel.:
(01) 40110-6697
HomePage - Email: pressebuero@gruene.at
"Als Schlag ins Gesicht der Sozialversicherten", bezeichnet
der Gesundheitssprecher und Nationalratskandidat der Grünen, Prof. Kurt Grünewald,
das vorläufige Verhandlungsergebnis zur Psychotherapie auf Krankenschein. Obwohl
psychische Störungen und Erkrankungen von Jahr zu Jahr zunehmen und die Zahl
der Therapiebedürftigen vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen
mit 170.000 bis 400.000 beziffert wird, betreiben die Kassen eine beinharte Budgetpolitik
durch eine bewußte Verknappung des therapeutischen Angebots. "Durch willkürliche
und sachlich kaum argumentierbare Forderungen nach Zusatzqualifikationen verknappen
die Kassen das Angebot an VertragstherapeutInnen und erschweren damit den Zugang
zu notwendigen Hilfestellungen und Therapien", so Grünewald.
Die freie Therapeutenwahl und das geltende Psychotherapiegesetz werden dadurch unterlaufen
und einer "Zwei - Klassen - Medizin" Vorschub geleistet. "Es darf
nicht sein, daß Einkommensschwache, die sich selbst keine Therapie leisten
können, durch ihre Beiträge die Therapie der Wohlhabenden mitfinanzieren,"
so der Gesundheitssprecher der Grünen. Grünewald fordert daher umgehende
Kassenverträge zur Psychotherapie auf Krankenschein ohne diskriminierende Zugangsbeschränkungen
und einen kostendeckenden Leistungsersatz für alle Versicherten.
"Bei LR Bauer hat in seiner heutigen Jubelmeldung über
die Einigung zwischen Psychotherapeuten und Sozialversicherung offenbar Sigmund
Freud zugeschlagen", kommentierte heute die liberale Landessprecherin Liane
Steiner.
Wenn er begeistert von über 40 Vertragspartner in ganz Österreich spricht,
meint er natürlich 400, sein Unbewusstes sagt ihm aber, daß selbst mit
400 eine extreme Unterversorgung der Bevölkerung gegeben ist.
"Psychotherapie auf Krankenschein würden wir auch gerne feiern, aber nicht
zu den Bedingungen, die diese Berufsgruppe um 2/3 dezimieren", so Steiner weiter.
"Damit ist die psychotherapeutische Unterversorgung der niederösterreichischen
Bevölkerung vorprogrammiert.
NÖ hat z.B. extrem wenige Kinderpsychotherapeuten und die werden durch diese
Vertragsvorschläge noch viel stärker reduziert. Und das in einer Zeit
wo uns immer mehr Kindesmißhandlungen bekannt werden. "Hier wird gerade
im sensiblen Gesundheitsbereich sehr verantwortungslos vorgegangen", so die
Liberale.
"Es scheint eher so, daß der Hauptverband wieder einmal am Rücken
der PatientInnen sparen will- sie werden zwar davon hören, daß es Psychotherapie
auf Krankenschein gibt, Therapeuten werden sie aber nicht finden. Gerade bei psychischen
Leiden wie Panikattacken, wäre es für die Betroffenen entsetzlich wenn
sie eine Wartefrist von vielen Monaten in Kauf nehmen müßten", Steiner
weiters.
"Die geplanten 80 TherapeutInnen für NÖ können unmöglich
eine flächendeckende Versorgung garantieren. Damit werden die PatientInnen
nicht zu den Gewinnern dieser Verhandlungseinigung, wie LR Bauer meint, sondern
wohl eher zu den "Leidtragenden", so Steiner abschließend.
Rückfragehinweis: Liane Steiner 0676/410 01 36
Falschinformation der PsychotherapeutInnen durch die Gebietskrankenkasse
kritisierte heute die liberale Nationalratskandidatin und Psychotherapeutin Christa
Pölzlbauer. Dies anlässlich der vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen
über die Therapie auf Krankenschein. "Durch die neuen rigiden Knock-Out-Kriterien
für TherapeutInnen werden zwei Drittel der derzeit tätigen TherapeutInnen
nicht anerkannt", sagte Pölzlbauer.
Gegenüber dieser Mehrheit wird der falsche Eindruck erweckt, dass ihre KlientInnen
eine Wahlarzthilfe in Anspruch nehmen können. Tatsächlich werde diese
Wahlarzthilfe aber nur für eine Übergangsfrist von einem Jahr gewährt.
Spätestens dann käme für solche TherapeutInnen das Aus. Pölzlbauer
geht davon aus, dass es sich um eine "ganz bewusste und gezielte Täuschung"
sowohl der TherapeutInnen als auch der TherapiepatientInnen handelt. "Würde
mit offenen Karten gespielt, wäre eine solche Regelung niemals durchsetzbar,
weil informierte TherapeutInnen dagegen Sturm laufen würden", sagte die
Liberale. In Deutschland, wo ein ähnliches Modell bereits umgesetzt sei, begännen
die TherapeutInnen bereits über das Schließen ihrer Praxen nachzudenken.
"Vor allem droht damit aber eine dramatische psychotherapeutische Unterversorgung
Österreichs", warnte Pölzlbauer.
Die Liberale forderte Gesundheitsministerin Hostasch auf, in dieser Frage endlich
aktiv zu werden.
Die liberale Nationalratskandidatin und Psychotherapeutin Christa
Pölzlbauer wies heute die Aussagen der SPÖ-Gesundheitssprecherin Elisabeth
Pittermann über die Psychotherapie auf Krankenschein als inhaltlich und formal
falsch zurück. Wie die Liberale betonte, habe es noch keine abschließende
Einigung gegeben, weil der am Tisch liegende Vorschlag von der Bundeskonferenz der
PsychotherapeutInnen noch nicht abgesegnet sei. Tatsache sei, dass die TherapeutInnen
um zwei Drittel reduziert würden, und es damit zu einer dramatischen Unterversorgung
Österreichs käme.
Der liberale Gesundheitspolitiker Christian Köck kritisierte den mangelnden
politischen Willen Gesundheitsministerin Lore Hostaschs, eine flächendeckende
und ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Psychotherapie zu gewährleisten.
"Es ist zynisch, die Hoffnung auszusprechen, dass die Bevölkerung das
Angebot annehmen wird, wenn das gleichzeitig durch die Reduzierung der AnbieterInnen
auf weniger als ein Drittel unmöglich gemacht wird", sagte Köck.
Es gehe hier vor allem um die Interessen der BürgerInnen, es stelle sich aber
auch die Frage, wie der leitende ÖGB-Funktionär und Präsident des
Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Sallmutter, dazu stehe, dass zwei Drittel
einer Berufsgruppe ihren Arbeitsplatz verlören.
Pölzlbauer und Köck wiesen darauf hin, dass laut dem Liberalen Forum vorliegenden
ExpertInnengutachten der Vertrag in dieser Form auch verfassungsrechtlich klagbar
wäre. Pölzlbauer betonte, dass von der Reduktion vor allem auch KindertherapeutInnen
betroffen wären, was angesichts der sich häufenden Fällen von Kindesmissbrauch
besonders dramatisch sei.
Die Liberalen erinnerten an die Erhöhung der Versicherungsbeiträge um
ein Prozent, die damals teilweise als für Psychotherapie zweckgewidmet dargestellt
wurde. Nun werde dieses Geld zweckentfremdet zu Finanzierung der ausufernden Spitalsbürokratie
verwendet.
Rückfragehinweis: Liberales Forum, Pressestelle, Tel.: (01) 40 110/7091