Psychotherapie auf Krankenschein:
Presseaussendungen politischer Parteien
zum Thema Psychotherapie-Vertrag

Zuletzt aktualisiert am 23.07.00

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Presseaussendungen von Parteien zum Thema Psychotherapie-Vertrag
5.7.00
Grünewald: Selbstbehalte treffen Psychisch Kranke hart
17.5.00
Grünewald: Keine weitere Diskriminierung psychisch Kranker - Psychotherapie auf Krankenschein muß endlich kommen
28.9.99
Grünewald kritisiert Ungleichbehandlung bei Psychotherapie - Grüne fordern Abbau der Diskriminierungen für sozial Schwache
17.9.99
LIF-Steiner erwartet psychotherapeut. Unterversorgung für NÖ
13.9.99
Liberale kritisieren bewusste Falschinformation vonPsychotherapeutInnen und deren KlientInnen. Pölzlbauer: Hostasch soll endlich aktiv werden
3.9.99
Liberale warnen vor geplanten Verträgen zur Psychotherapie. Reduzierung des Angebotes - Mangelnder politischer Wille Hostaschs

Wird fortgesetzt


5.7.00:
Grünewald: Selbstbehalte treffen psychisch Kranke hart
Grüne: Neben Ambulanz- und Rezeptgebühren drohen weitere Belastungen

Wien (OTS) "Unbemerkt von der öffentlichen Debatte sind heute von den Regierungsparteien Selbstbehalte in Höhe von 20 Prozent für klinisch psychologische Diagnostik und psychotherapeutische Leistungen beschlossen worden. Das ist angesichts der geringen budgetären Auswirkungen in diesem Bereich ein gesundheitspolitischer Unsinn", erklärt der Gesundheitssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald.

Auch im Bereich der Psychotherapeutischen Leistung bedeutet der 20%ige Selbstbehalt ohne Limitierungen eine sehr beträchtliche finanzielle Jahresbelastung für die PatientInnen, so Grünewald.
"Ohne sozial gestaffelte Limitierung der Jahresbelastung würde ein Selbstbehalt die derzeit bestehenden schwerwiegenden Beschränkungen des Therapiezuganges für sozial Schwächere weiter zementieren. Ausserdem sind nur jene PatientInnen betroffen, die psychotherapeutische Leistungen von PsychotherapeutInnen nach dem Psychotherapiegesetz in Anspruch nehmen. Dies stellt eine eindeutige Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes dar, da ärztliche und psychotherapeutische Hilfe seit vielen Jahren gleichgestellt sind", so Prof. Grünewald, der befürchtet, dass psychisch Kranke durch solche Regelungen zum PatientInnen zweiter Klasse werden.

Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at


17.5.00:
Grünewald: Keine weitere Diskriminierung psychisch Kranker -
Psychotherapie auf Krankenschein muß endlich kommen

Wien (OTS) "Die gesetzliche Verpflichtung, Psychotherapie kostendeckend zu finanzieren, muß nach über siebenjährigen Wartens endlich eingelöst werden", fordert der Gesundheitsssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald. Die jahrelange Diskriminierung psychisch Kranker als Patienten 'zweiter Klasse' muß ein Ende haben. Der letzte Vertragsentwurf zwischen Psychotherapeuten und Sozialversicherungsträgern kam einer Rationierung psychotherapeutische Leistungen und einem Ausschluß der überwiegenden Mehrheit von Psychotherapeuten aus dem Krankenvertrag gleich, so Grünewald.
Die Notwendigkeit eines gesetzlichen Leistungsanspruches auf eine angemessene und qualitativ hochwertige Psychotherapie ist gesundheitspolitisch dringend erforderlich. Die Zahl der Therapiebedürftigen wurde vom österreichschen Bundesinstitut für Gesundheitswesen zwischen 200.000 und 400.000 errechnet. "Gegenwärtig können sich sozial Schwache kaum eine Psychotherapie leisten, während das für das obere Einkommensdrittel leicht möglich ist. Dadurch entsteht in diesem Bereich eine 'Zwei-Klassen-Medizin'", kritisiert Grünewald.
Die Grünen fordern ein neues Versorungsmodell, das nicht wie das bisher vorgeschlagene auf TherapeutInnenreduktion, sondern auf klientInnen-seitige Bedürfnisse aufbaut. "Im Mittelpunkt müssen die Bedürfnisse der KlientInnen stehen und nicht eine willkürlich festgelegte Zahl von TherapeutInnen, die einen Kassenvertrag bekommen sollen", so Grünewald. Bis zum Abschluß eines Gesamtvertrages sind Landeslösungen zu forcieren, die auch dem Erproben neuer Versorgungsmodelle dienen können. "Es ist paradox, wenn immer wieder auf die steigenden Medikamentenkosten hingewiesen wird, und gleichzeitig verschwiegen wird, daß gerade die Psychopharmaka davon einen beträchtlichen Prozentsatz ausmachen. Durch eine flächendeckende psychotherapeutische Versorgung könnten beträchtliche Einsparungen des Medikamentenverbrauches erzielt und eine Reduktion vermeidbarer Krankenstände erreicht werden", so Grünewald abschließend.

Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament, Tel.: (01) 40110-6697
HomePage - Email: pressebuero@gruene.at


28.9.1999:
Grünewald kritisiert Ungleichbehandlung bei Psychotherapie - Grüne fordern Abbau der Diskriminierungen für sozial Schwache

"Als Schlag ins Gesicht der Sozialversicherten", bezeichnet der Gesundheitssprecher und Nationalratskandidat der Grünen, Prof. Kurt Grünewald, das vorläufige Verhandlungsergebnis zur Psychotherapie auf Krankenschein. Obwohl psychische Störungen und Erkrankungen von Jahr zu Jahr zunehmen und die Zahl der Therapiebedürftigen vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen mit 170.000 bis 400.000 beziffert wird, betreiben die Kassen eine beinharte Budgetpolitik durch eine bewußte Verknappung des therapeutischen Angebots. "Durch willkürliche und sachlich kaum argumentierbare Forderungen nach Zusatzqualifikationen verknappen die Kassen das Angebot an VertragstherapeutInnen und erschweren damit den Zugang zu notwendigen Hilfestellungen und Therapien", so Grünewald.

Die freie Therapeutenwahl und das geltende Psychotherapiegesetz werden dadurch unterlaufen und einer "Zwei - Klassen - Medizin" Vorschub geleistet. "Es darf nicht sein, daß Einkommensschwache, die sich selbst keine Therapie leisten können, durch ihre Beiträge die Therapie der Wohlhabenden mitfinanzieren," so der Gesundheitssprecher der Grünen. Grünewald fordert daher umgehende Kassenverträge zur Psychotherapie auf Krankenschein ohne diskriminierende Zugangsbeschränkungen und einen kostendeckenden Leistungsersatz für alle Versicherten.


17.9.1999:
LIF-Steiner erwartet psychotherapeutische Unterversorgung für NÖ

Jubelmeldung von LR Bauer nicht nachvollziehbar

"Bei LR Bauer hat in seiner heutigen Jubelmeldung über die Einigung zwischen Psychotherapeuten und Sozialversicherung offenbar Sigmund Freud zugeschlagen", kommentierte heute die liberale Landessprecherin Liane Steiner.
Wenn er begeistert von über 40 Vertragspartner in ganz Österreich spricht, meint er natürlich 400, sein Unbewusstes sagt ihm aber, daß selbst mit 400 eine extreme Unterversorgung der Bevölkerung gegeben ist.
"Psychotherapie auf Krankenschein würden wir auch gerne feiern, aber nicht zu den Bedingungen, die diese Berufsgruppe um 2/3 dezimieren", so Steiner weiter. "Damit ist die psychotherapeutische Unterversorgung der niederösterreichischen Bevölkerung vorprogrammiert.
NÖ hat z.B. extrem wenige Kinderpsychotherapeuten und die werden durch diese Vertragsvorschläge noch viel stärker reduziert. Und das in einer Zeit wo uns immer mehr Kindesmißhandlungen bekannt werden. "Hier wird gerade im sensiblen Gesundheitsbereich sehr verantwortungslos vorgegangen", so die Liberale.
"Es scheint eher so, daß der Hauptverband wieder einmal am Rücken der PatientInnen sparen will- sie werden zwar davon hören, daß es Psychotherapie auf Krankenschein gibt, Therapeuten werden sie aber nicht finden. Gerade bei psychischen Leiden wie Panikattacken, wäre es für die Betroffenen entsetzlich wenn sie eine Wartefrist von vielen Monaten in Kauf nehmen müßten", Steiner weiters.
"Die geplanten 80 TherapeutInnen für NÖ können unmöglich eine flächendeckende Versorgung garantieren. Damit werden die PatientInnen nicht zu den Gewinnern dieser Verhandlungseinigung, wie LR Bauer meint, sondern wohl eher zu den "Leidtragenden", so Steiner abschließend.

Rückfragehinweis: Liane Steiner 0676/410 01 36


13.9.1999:
Liberale kritisieren bewusste Falschinformation vonPsychotherapeutInnen und deren KlientInnen. Pölzlbauer: Hostasch soll endlich aktiv werden

Falschinformation der PsychotherapeutInnen durch die Gebietskrankenkasse kritisierte heute die liberale Nationalratskandidatin und Psychotherapeutin Christa Pölzlbauer. Dies anlässlich der vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen über die Therapie auf Krankenschein. "Durch die neuen rigiden Knock-Out-Kriterien für TherapeutInnen werden zwei Drittel der derzeit tätigen TherapeutInnen nicht anerkannt", sagte Pölzlbauer.
Gegenüber dieser Mehrheit wird der falsche Eindruck erweckt, dass ihre KlientInnen eine Wahlarzthilfe in Anspruch nehmen können. Tatsächlich werde diese Wahlarzthilfe aber nur für eine Übergangsfrist von einem Jahr gewährt.
Spätestens dann käme für solche TherapeutInnen das Aus. Pölzlbauer geht davon aus, dass es sich um eine "ganz bewusste und gezielte Täuschung" sowohl der TherapeutInnen als auch der TherapiepatientInnen handelt. "Würde mit offenen Karten gespielt, wäre eine solche Regelung niemals durchsetzbar, weil informierte TherapeutInnen dagegen Sturm laufen würden", sagte die Liberale. In Deutschland, wo ein ähnliches Modell bereits umgesetzt sei, begännen die TherapeutInnen bereits über das Schließen ihrer Praxen nachzudenken. "Vor allem droht damit aber eine dramatische psychotherapeutische Unterversorgung Österreichs", warnte Pölzlbauer.
Die Liberale forderte Gesundheitsministerin Hostasch auf, in dieser Frage endlich aktiv zu werden.


3.9.99:
Liberale warnen vor geplanten Verträgen zur Psychotherapie.
Reduzierung des Angebotes - Mangelnder politischer Wille Hostaschs

Die liberale Nationalratskandidatin und Psychotherapeutin Christa Pölzlbauer wies heute die Aussagen der SPÖ-Gesundheitssprecherin Elisabeth Pittermann über die Psychotherapie auf Krankenschein als inhaltlich und formal falsch zurück. Wie die Liberale betonte, habe es noch keine abschließende Einigung gegeben, weil der am Tisch liegende Vorschlag von der Bundeskonferenz der PsychotherapeutInnen noch nicht abgesegnet sei. Tatsache sei, dass die TherapeutInnen um zwei Drittel reduziert würden, und es damit zu einer dramatischen Unterversorgung Österreichs käme.

Der liberale Gesundheitspolitiker Christian Köck kritisierte den mangelnden politischen Willen Gesundheitsministerin Lore Hostaschs, eine flächendeckende und ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Psychotherapie zu gewährleisten. "Es ist zynisch, die Hoffnung auszusprechen, dass die Bevölkerung das Angebot annehmen wird, wenn das gleichzeitig durch die Reduzierung der AnbieterInnen auf weniger als ein Drittel unmöglich gemacht wird", sagte Köck. Es gehe hier vor allem um die Interessen der BürgerInnen, es stelle sich aber auch die Frage, wie der leitende ÖGB-Funktionär und Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungen, Sallmutter, dazu stehe, dass zwei Drittel einer Berufsgruppe ihren Arbeitsplatz verlören.

Pölzlbauer und Köck wiesen darauf hin, dass laut dem Liberalen Forum vorliegenden ExpertInnengutachten der Vertrag in dieser Form auch verfassungsrechtlich klagbar wäre. Pölzlbauer betonte, dass von der Reduktion vor allem auch KindertherapeutInnen betroffen wären, was angesichts der sich häufenden Fällen von Kindesmissbrauch besonders dramatisch sei.

Die Liberalen erinnerten an die Erhöhung der Versicherungsbeiträge um ein Prozent, die damals teilweise als für Psychotherapie zweckgewidmet dargestellt wurde. Nun werde dieses Geld zweckentfremdet zu Finanzierung der ausufernden Spitalsbürokratie verwendet.

Rückfragehinweis: Liberales Forum, Pressestelle, Tel.: (01) 40 110/7091


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