Offener Brief des WKPS
(Wiener Kreis für Psychoanalyse
und Selbstpsychologie)
an den Vorstand des
Wiener Landesverbandes für Psychotherapie (WLP)
(September 2000)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen im Kassenverhandlungsteam des WLP!
Der Wiener Kreis für Psychoanalyse und Selbstpsychologie ist davon überzeugt
, daß in den "Eckpfeilern und Bausteinen für eine regionale bzw.
bundesweite Versorgungslösung" (Psychotherapie News, 25. Ausgabe,
Juli 2000 - siehe ÖBVP-Homepage)
die Rahmenbedingungen für eine psychotherapiegerechte, flächendeckende,
bundesweite psychotherapeutische Versorgung Österreichs formuliert sind und
als solche die Grundlage der Verhandlungen des WLP mit der WGKK bilden müssen.
Insbesondere bezüglich der Forderung nach Zusatzkriterien stehen wir auf dem
Standpunkt, daß solche vom WLP-Verhandlungsteam kategorisch abgelehnt werden
müssen, da sie
-
fachlich nicht begründbar,
-
illoyal gegenüber der Berufsgruppe, insbesondere den KandidatInnen gegenüber,
-
das PThG unterwandernd
sind und eine bedenkliche Entwicklung hin zu einer medizinalisierten "Psychotechnik"
einleiten, die den Anliegen der Psychotherapie grundsätzlich widerspricht.
Wir möchten Sie dringend ersuchen, der WGKK eine Auseinandersetzung mit dem
"Tiroler Modell" nahezulegen, das ja als praktisch mit sehr gutem Erfolg
erprobt und als wesentlich brauchbarerer Ausgangspunkt für weitere Überlegungen
zu einer psychotherapiegerechten Versorgungsform gelten kann.
Wir möchten Sie auch noch darauf hinweisen, daß die "Eckpfeiler
und Richtlinien" von Länderkonferenz und Fachspezifikaklausur erarbeitet
wurden und damit die Vorstellungen eines Großteils der Berufsgruppe repräsentieren.
Mit kollegialen Grüßen,
für den Vorstand: Dr. Erwin Bartosch
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