Die ÖAGP ist die nationale Arbeitsgemeinschaft der Sektion Psychotherapie
der internationalen "Gesellschaft
für Gestalttheorie und ihre Anwendungen" (GTA). Die Mitgliedschaft
in der GTA ist Voraussetzung für die außerordentliche oder ordentliche
Mitgliedschaft in der ÖAGP, die zugleich die Mitgliedschaft in der Sektion
Psychotherapie der GTA begründet.
1. Die Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen
(GTA)
Die GTA ist eine wissenschaftliche Vereinigung, die sich die Förderung gestalttheoretischen
Denkens in Forschung und Anwendung zur Aufgabe gemacht hat. Sie wurde 1978 gegründet
und hat inzwischen Mitglieder aus den verschiedensten Forschungs- und Anwendungsfeldern
in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern.
Ziel der GTA ist die Weiterentwicklung der Gestalttheorie sowohl im Grundlagen-
als auch im Anwendungsbereich und die Förderung interdisziplinärer
Zusammenarbeit. Die GTA veranstaltet zu diesem Zweck jedes zweite Jahr eine
wissenschaftliche Arbeitstagung,
die zum einen der Diskussion jeweils zentraler theoretischer Positionen und
zum anderen dem Austausch über laufende gestalttheoretische Arbeiten und
Projekte dient.
Das offizielle Publikationsorgan der GTA ist die vierteljährlich erscheinende
Zeitschrift "Gestalt
Theory. An International Multidisciplinary Journal".
Die wissenschaftlichen Arbeitstagungen und die Gestalt Theory nehmen damit
einen zentralen Platz im Bemühen der GTA ein, in internationaler und multidisziplinärer
Vernetzung dazu beizutragen, der durch die erzwungene Emigration vieler bedeutender
Gestalttheoretiker in den 30-er Jahren bedingten lückenhaften Rezeption gestalttheoretischer
Erkenntnisse in Wissenschaft und Anwendung entgegenzuwirken und in lebendiger Weiterentwicklung
den genuin interdisziplinären Ansatz der Gestalttheorie in den verschiedensten
Forschungs- und Anwendungsfeldern fruchtbar zu machen.
Ein Teil der Mitglieder der GTA ist in festen Untergruppierungen - Arbeitskreisen
und der Sektion Psychotherapie - organisiert.
2. Die Sektion Psychotherapie der GTA
Die internationale Sektion Psychotherapie ist aus dem 1979 gegründeten GTA-Arbeitskreis
"Gestalttheoretische Psychotherapie" hervorgegangen. Die Hauptaufgabe
der Sektion besteht darin, der Weiterentwicklung und Verbreitung von gestalttheoretischen
Ansätzen und mit der Gestalttheorie vereinbaren Ansätzen der Psychotherapie
und klinischen Psychologie unter verschiedenen Aspekten (z.B. Psychosomatik, Soziotherapie,
Heilpädagogik, Erziehungs-, Ehe- und Familienberatung) in Forschung und Anwendung
zu dienen. Der Sektion Psychotherapie gehören derzeit vorwiegend Teilnehmer
und Absolventen einer Ausbildung in Gestalttheoretischer Psychotherapie aus dem
deutschsprachigen Raum an.
Die Sektion Psychotherapie bietet über ihre nationalen Arbeitsgemeinschaften
(derzeit Österreichische Arbeitsgemeinschaft
für Gestalttheoretische Psychotherapie - ÖAGP - in Österreich;
Deutsche Arbeitsgemeinschaft
für Gestalttheoretische Psychotherapie - DAGP - in Deutschland) Aus-,
Fort- und Weiterbildung in Gestalttheoretischer Psychotherapie an, fördert
Forschung, Erfahrungsaustausch und wissenschaftliche Weiterentwicklung im psychotherapeutischen
Anwendungsfeld und engagiert sich in gesellschafts- und berufspolitischen Fragen.
Die Einbindung in die GTA gibt der Sektion Psychotherapie die Möglichkeit,
ihre eigenen spezifischen Aufgaben im engen Zusammenwirken mit der wissenschaftlichen
Forschung und wissenschaftlich begründeten Anwendung der Gestalttheorie in
anderen Praxisfeldern zu erfüllen und diese für das eigene Anwendungsgebiet
fruchtbar zu machen.
3. Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische
Psychotherapie (ÖAGP)
Die Anfänge der Ausbildung in Gestalttheoretischer Psychotherapie
in Österreich gehen auf das Jahr 1979 zurück, als im Rahmen des ASG
(Arbeitskreis für Sozialpsychologie und Gruppendynamik) die "Sparte
Gestalt-Therapie/gestalttheoretisch begründete Psychotherapie" ihre
Tätigkeit aufnahm. 1985 wurde die ÖAGP als nationaler Zweig der Sektion
Psychotherapie der GTA in Österreich gegründet, um dieser Ausbildungstätigkeit
einen selbständigen und unabhängigen organisatorischen Rahmen zu geben.
Neben der psychotherapeutischen Aus-, Fort- und Weiterbildungstätigkeit
fördert die ÖAGP das Engagement ihrer Mitglieder und Ausbildungsteilnehmer/innen
für die eigenständige Anwendung gestalttheoretischen Gedankenguts
im psychosozialen Feld, in Forschung und Wissenschaft. Den organisatorischen
Rahmen dafür bieten die Regionalgruppen, Ausschüsse und Arbeitsgruppen
der ÖAGP. Als Mitgliederzeitschrift gibt die ÖAGP in Ergänzung
zur wissenschaftlichen Zeitschrift Gestalt
Theory die ÖAGP-Informationen heraus, die neben
der Weitergabe von Informationen zu berufspolitischen und Ausbildungsfragen
vor allem der Förderung der Diskussion über theoretische Grundlagen,
klinische Fragestellungen und dem fachlichen Erfahrungsaustausch dient.
Seit Anfang 1994 ist die ÖAGP eine durch Bescheid des BM für Gesundheit,
Sport und Konsumentenschutz (nunmehr: BM für Gesundheit und Frauen) anerkannte
fachspezifische psychotherapeutische Ausbildungseinrichtung. Die Grundsätze
dieser Ausbildung sind in der Ausbildungsordnung
der ÖAGP geregelt. Die wichtigsten Kompetenzen in der Aus-, Fort- und
Weiterbildung der ÖAGP werden vom Ausbildungsausschuß der ÖAGP
wahrgenommen (vgl. dazu Pkt. 2.1. der Ausbildungsordnung). Die Ausbildungsteilnehmer/innen
der ÖAGP verfügen über eine gewählte Kandidatenvertretung.
Die ÖAGP ist als anerkannte fachspezifische Ausbildungseinrichtung ordentliches
Mitglied des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie
(ÖBVP) und zugleich eine vom ÖBVP anerkannte psychotherapeutische
Weiterbildungseinrichtung. Sie stellt ein Mitglied des Psychotherapiebeirats
beim Bundesministerium für Gesundheit und Frauen. Die ÖAGP gehört
gemeinsam mit der DAGP
der European Association for Psychotherapy (EAP) als Mitgliedsverband
an.